Der lila-goldene Untergang?

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Nicht nur so mancher NBA-Nostalgiker mag sich wohl die Augen gerieben haben, sondern auch der langzeitverletzte Basketball-Superstar Kobe Bryant dürfte beim Blick auf die Anzeigetafel nicht so recht auf seine Sehstärke vertraut haben. Sage und schreibe 94 – 142 lautete nach einem ersten ausgeglichenen und drei einseitigen Vierteln der Punktestand im Stadtderby der Los Angeles Lakers gegen die Clippers. War es in einst glorreichen, aber längst vergangenen Tagen auf Seiten der Lakers Usus, den Gegnern eigens derart einzuschenken, so waren es jetzt die „guys in purple and gold“ selbst, die sich einen finalen Rückstand von satten 48 Punkten zu Gemüte führen mussten.

Zu schnell und akkurat war das Aufbauspiel des abermals überzeugenden Point-Guards Chris Paul in blau-weiß-rot, zu gewaltig, zu humorlos die Performance seiner nicht unwesentlich höher gewachsenen Teammates Blake Griffin und DeAndre Jordan, die die kalifornische Abendluft im ehrwürdigen Staples Center nach belieben beherrschten. Sogar Spieler wie Darren Collison und Matt Barnes, denen üblicherweise nur Randschauplätze zuteil werden, wussten mit 24 bzw. 17 Zählern die Punktedifferenz auszubauen. Erstgenannter Spielgestalter „CP3“ bewertete das Spiel im Post-Match-Interview übrigens nicht etwa als Sensation oder historisches Spiel, was es ob des höchsten Sieges in der Franchise-Geschichte der Clippers und der höchsten Lakers-Niederlage aller Zeiten unweigerlich war, sondern sprach lediglich von einer Aufwertung der Road-Game-Bilanz (Auswärtsspiel-Bilanz; zwar fand das Match in Los Angeles statt, das Heimteam waren aber offiziell die Mannen von Coach Mike D’Antoni).

Ja, es scheint, das Blatt habe sich gewendet, es scheint die Stadt der Engel wechselt ihre Farben oder wird zumindest um einiges bunter. Die Dominanz in gold-lila ist definitiv gebrochen, zu oft hatte das Team rund um einstige Granden wie Pau Gasol und Steve Nash in jüngerer Vergangenheit die noch große Fangemeinde mit unterirdischen, schlicht unwürdigen Darbietungen enttäuscht. Die Play-Off-Chancen gehen von Niederlage zu Niederlage mehr gegen null und gar 6 der letzten 7 Lokalduelle gingen verloren, was bekanntermaßen besonders sauer aufstößt. Bei einem jener letzten stadtinternen Aufeinandertreffen durfte ich eigens vor Ort Zeuge eines Spektakels werden – wenig überraschend zur Freude Doc Rivers‘, dessen Schützling Blake „da Monsta“ Griffin die gegnerische Defense dazumal derart pulverisierte, dass ich gar keine andere Wahl hatte, als mir das blaue Trikot mit seiner Nummer 32 zuzulegen. Ein Kauf, mit dem ich absolut nicht alleine bin, sondern offensichtlich stark im Trend der Basketball-Affinen liege, welche den Leistungen der einst als „zusammengekaufte, traditionslose Truppe“ verschrienen Clippers Rechnung zu tragen scheinen.

Kobe Bryant, dessen Jersey mit der legendären Nummer 24 bis dato übrigens das meistverkaufte der NBA ist, ist überdies der bestbezahlte Spieler der renommiertesten Basketball-Liga der Welt, sein Jahressalär soll laut forbes.com demnach bei über 30 Mio. US-Dollar liegen, durch diverse Werbeverträge wird sein Jahreseinkommen sogar mehr als verdoppelt, was insgesamt einer Summe von etwa 46 Mio. Euro entspricht. Aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme, die möglicherweise nicht zuletzt seinem höherem Spieleralter von 35 Jahren geschuldet sind, kann jedoch auch er, „The Black Mamba“ nicht den entscheidenden Impuls geben, um sein hinkendes Team aus der Krise zu holen. Ein eingefleischter Lakers-Fan, der mir die aktuelle Sachlage bei einem Borito und einem von Eiswürfel durchsetzten Pepsi etwas genauer erklärte, quittierte den Status quo folgendermaßen: „Fucking Kobe earns a 20 and somewhat million dollars a year, gets some extra 2 millions for his damn signature (schien sich um Insiderwissen zu handeln, in Relation zu seinen Fixbezügen aber ohnehin belanglos) and then he doesn’t even play!“

Tja, bleibt zu hoffen , dass der allgemeine Tenor im Fanlager der Lakers, vorallem was das Verhältnis zu Star-Shooting-Guard Kobe Bryant betrifft, etwas freundlicher ausfällt und in Bälde der sportliche Turnaround gelingt, um den einstigen NBA-Giganten nicht völlig im Mittelmaß der Liga versinken zu lassen.

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