Es bleibt in der Familie

Ob da nicht mal böses Blut entsteht. Wie Die Welt berichtet, gibt es im Lager Paris St. Germains dringliche Befürchtungen, wegen Verstößen gegen UEFA-Statuten im Rahmen des Financial Fair Play sanktioniert zu werden. Erste Ermittlungen sind im Gange, was aufgrund genannter Zahlen nur allzu gut nachvollziehbar ist: 200 Millionen Euro sollen es sein, die der Französische Prunk-Club von QTA, dem Tourismus-Werbebüro für das Wüstenemirat Katar, einsackt. Bei anderen Spitzenclubs wie beispielsweise Borussia Dortmund entspricht diese Summe dem Etat für gar 3 Spielzeiten, alle weiteren Einnahmequellen sind in der Rechnung jedoch bereits inkludiert.

Den Ermittlungen seitens der Europäischen Fußball-Union liegen Vermutungen zugrunde, dass dieses exorbitante Investment zur Schuldentilgung beitragen soll, was nicht regelkonform wäre. Ob das Ganze aber Sorgenfalten auf das glamouröse Antlitz des Clubs an der Seine treiben wird, ist recht zweifelhaft. Schließlich kam man als sozusagen „großer Club“ bisweilen immer lupenrein fein davon, was das Nachschnüffeln der nur allzu unglaubwürdigen Fußballbehörden anbelangt. Außerdem hat man im Ernstfall immer noch ein richtiges Ass im weißen Scheich-Ärmel, namentlich Laurent Platini. Bei wem jetzt in Anbetracht des klangvollen Zweitnamens etwas klingelt – es ist nicht verwunderlich. Besagter Monsieur ist nämlich Sohn des UEFA-Präsidenten Michel Platini und vielleicht nicht unpraktischerweise gleichzeitig Anwalt bei Quatari Investment. Nur zu gut vorstellbar, dass da in väterlicher Gutmütigkeit hin und wieder ein Auge zugedrückt wird. Oder zwei. Immerhin, il reste dans la famille – es bleibt in der Familie. Böses Blut ist hier also nicht zu erwarten.

Vielmehr aber in Manchester. Denn während man in Paris gigantische Baguettes fabriziert, ohne dass die Gebäckkontrolleure der UEFA in den Hefeteig spucken, muss man hier „kleinere“ Brötchen backen. Schlappe 15 Millionen Euro schröpft Manchester City jährlich seinem Goldkamel Abu Dhabi Tourismus ab, mit Müh und Not vermag man damit Yaya Touré oder Sergio Agüero ein Jahressalär zu überweisen. Um gegenüber seinem Pariser Gegenpart Scheich Nasser Al-Khelaifi nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten, sollte sich Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan also dringlichst ins Zeug legen, beispielsweise mehr Öl fördern oder sich im Optimalfall auch einen Advokat mit Verwandtschaftsverhältnis zu einem Funktionär in der UnEqualFamilyAssociation zulegen.

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