Von Gespenstern und weniger wichtigen Personen

Viel los war nicht im Chimki-Stadion. Nicht geschuldet aber dem mangelnden Interesse an Bayerns Rochade-Ensemble rund um den ballkontaktsüchtigen Xabi Alonso, sondern vielmehr der Idiotie einiger ZSKA Moskau-Anhänger, die sich während vergangener Partien genötigt sahen, gegnerische Spieler rassistisch zu beleidigen. Die Tatsache, dass ihren eigenen Starstürmern Doumbia und Musa ob derer Hautfarbe das eventuell auch widerstreben könnte, blieb der geistigen Kapazität jener Aggressoren unzugänglich. Ergebnis dieses unsäglichen Schusses ins eigene Knie war das Geisterspiel, das sicher keiner wollte. So schauderhaft dieser Begriff klingt war es aber gar nicht, durfte sich immerhin eine Handvoll VIPs der UEFA-Ordnung übermächtig sehen und dennoch die Haupttribüne okkupieren. Ein Haufen sicher weniger „Very Important Persons“, „Less Important Persons“ wenn man so will aus der eingefleischten Münchner Fanszene besetzen hingegen ein Appartement in einem Hochhaus nahe dem Stadion, was ihnen die Vogelperspektive auf das Match ermöglichte. Geisterspiel hin oder her, das wahre Schreckgespenst war ohnehin Thomas Müller, der den Elfer zum finalen 1:0 in die Maschen hob.

Gedanken an eine leere Hütte erschaudern momentan wohl auch alle Grün-weißen in Hütteldorf, mit dem kleinen Unterschied, dass nicht die Fans (in diesem Fall eher überraschend) und auch nicht die Leistungen der Mannschaft, auch wenn es aufgrund dann und wann Gebotenem nicht völlig unverständlich wäre, für diesen Umstand verantwortlich zeichnen. Vielmehr liegt es am seine letzten Tage zählenden St. Hanappi, welches in Form einer Abrissparty die letzte Ölung erfahren soll. Zum Anlass des Tages werden Stadionsitze, Tornetzteile oder gar Rasenziegel zum Verkauf angeboten.

Sollten Teile des heiligen Grüns überbleiben, könnte man andenken einige nach Paris zu schicken. Dort nämlich gingen kürzlich die Herren Mascherano und Mathieu im grell-gelb blendenden Auswärtstrikot des FC Barcelona zu Werke, taten dem konfus beackerten Geläuf im Gegensatz zur PSG-Offensive keine Freude, welcher sie feinsäuberlich vom Leibe rückten. Sichtlich Gefallen daran fand Ex-Parisien David Beckham, der seinem Tribünennachbarn Jay-Z sicher nicht erklären musste, warum Ballartist Messi für dessen Basketball Team der Brooklyn Nets nicht infrage kommt.

Einziger Moment der Ehrfurcht vor der ineffektiven katalanischen Kurzpasskunst war die Einwechslung von Xavi, der mit seinem 143. Match in der Champions League zum Rekordspieler avancierte. Einen Rekord brechen konnte außerdem der AS Rom in Person, Francesco Totti, der das Bein Manchester City’s herumrutschenden Harakiri-Keepers Joe Hart feingeistig überlupfte und damit ältester Königsklassen-Torschütze sowie Schreckgespenst der Engländer wurde. Die sind damit am besten Wege international außer Flugmeilen wieder nix zu holen. Immerhin, das Stadion ist voll mit LIPs, die sich das Gekicke ansehen und zumindest nicht massenweise und wiederholt rassenfeindliches Geistfreies in Richtung Spielfeld grölen.

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